Sachsenhausen, Landesarbeitsamt, Gauarbeitsamt Rhein-Main

Nutzungsgeschichte

Beschreibung

Das Landesarbeitsamt, später Gauarbeitsamt Rhein-Main, koordinierte den Einsatz ausländischer Zwangsarbeiter in der Region. Zudem beteiligte es sich an der administrativen Durchführung des Euthanasie-Programms. Es unterhielt in Kelsterbach ein „Durchgangslager“ und in Kurhessen gemeinsam mit dem für die Region zuständigen Arbeitsamt ein „Krankenlager“ in Pfaffenwald bei Hersfeld. Diese Lager erfüllten im System der Zwangsarbeit eine wichtige Funktion: in Kelsterbach erfolgte die Verteilung der arbeitsfähigen Zwangsverschleppten auf die verschiedenen Betriebe, bzw. die einzelnen Arbeitsamtsbezirke der Region. Wer nicht arbeitsfähig oder schwanger war, wurde in das „Krankenlager“ Pfaffenwald überführt. Das Landesarbeitsamt überstellte „Ostarbeiterinnen“ und „Ostarbeiter“, die an Tuberkulose erkrankt waren, oder als „geisteskrank“ eingestuft worden waren, nach Hadamar. Grund hierfür war die veränderte Kriegslage im Osten, die eine „Rückführung“ arbeitsunfähiger „Ostarbeiter“ nicht mehr möglich machte. Bis zum März 1945 wurde von der Behörde mindestens 583 erkrankte Zwangsarbeitskräfte nach Hadamar trasportiert und dort getötet.

Adresse in der NS-Zeit

Gartenstraße 140

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Sachsenhausen, Landesarbeitsamt, Gauarbeitsamt Rhein-Main“, in: Topografie des Nationalsozialismus in Hessen <https://lagis.hessen.de/de/orte/topografie-des-nationalsozialismus-in-hessen/alle-eintraege/1230_sachsenhausen-landesarbeitsamt-gauarbeitsamt-rhein-main> (aufgerufen am 03.11.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/nstopo/1230